Fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

Der Gesetzgeber hat vorgeschrieben, dass nach jedem Werbespot für Arzneimittel der Hinweis kommt: Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker. Das ist nicht nur ein Spruch; bei Arzneimitteln geht es um Ihre Gesundheit und deshalb sollten Sie den Sachverstand von Arzt und Apotheker auf jeden Fall nutzen.

Sie wissen nicht, wonach Sie fragen sollen?
Sie haben schon hin und wieder gefragt und keine richtige Antwort bekommen?

Hier einige Tips, worauf zu achten ist:

1. Fragen Sie nach Wechselwirkungen.

Wenn Sie andere Medikamente regelmäßig einnehmen, können sich diese Mittel gegenseitig stören. Deshalb machen Sie sich am Besten eine Liste, welche Medikamente Sie einnehmen. Vergessen Sie nicht, auch Schmerzmittel oder Vitaminpillen und ähnliches zu erwähnen.

2. Fragen Sie nach Gegenanzeigen.

Es gibt verschiedene Gründe, warum Arzneimittel nicht immer eingenommen werden dürfen. Einer der bekanntesten ist sicherlich die Schwangerschaft oder auch die Stillzeit. Andere Gründe können dauerhafte Erkrankungen oder bspw. Probleme mit Nieren oder Leber sein. Mancher hat auch eine Allergie gegen bestimmte Stoffe.

"Wählen" Sie nicht aus, was Sie Ihrem Arzt oder Apotheker erzählen, weil Sie meinen, das hat doch gar nichts damit zu tun. Beispielsweise bei Allergien kommt es häufiger vor, dass Menschen, die gegen den einen Stoff allergisch sind, sehr häufig auch gegen einen anderen allergisch reagieren. Wenn es eine Ausweichmöglichkeit gibt, müssen Sie nicht ausprobieren, ob dieser Fall auf Sie zutrifft.

3. Fragen Sie nach, wann Sie ein Medikament einnehmen sollen.

Es macht große Unterschiede, wann Sie ein Medikament einnehmen und oft ist es sehr wichtig, dass Sie darauf achten. Bei allen Medikamenten die Sie regelmäßig einnehmen müssen, sollten Sie natürlich darauf achten, dass es wirklich regelmäßig ist. Also möglichst immer zur gleichen Zeit und in gleichmäßigen Abständen (z.B. dreimal täglich = alle acht Stunden) Einige Arzneimittel sollte man vor dem Essen (mindestens eine halbe Stunde), andere nach dem Essen einnehmen, bei anderen muß man auf bestimmte Nahrungsmittel verzichten.

4. Fragen Sie nach Fahrtüchtigkeit.

Nicht nur Alkohol, der in vielen Mediakmenten enthalten ist, beeinträchtigt Ihr Fahrvermögen. Es gibt Arzneimittel, mit denen Sie nicht Autofahren sollten und andere, mit denen Sie es sogar nicht dürfen.

5. Fragen Sie, bevor Sie einen Urlaub buchen.

Wenn Sie eine dauerhafte Erkrankung haben, sollten Sie, bevor Sie sich für ein Urlaubsland entscheiden, fragen, ob es für Sie speziell etwas zu bedenken gibt. Denken Sie rechtzeitig daran, sich ausreichend auszurüsten; nicht überall können Sie die notwendigen Medikamente sofort oder in der genau gleichen Zusammensetzung besorgen.

6. Fragen Sie nach der Lagerung.

Der Badezimmerschrank ist zwar beliebt für die Aufbewahrung von Arzneimitteln, aber mit Sicherheit einer der schlechtesten Orte hierfür. Alle Medikamente sollten trocken aufbewahrt werden, manche müssen kühl gelagert werden, hier bietet sich das Gemüsefach oder die Tür des Kühlschrankes an. Achten Sie darauf, dass Arzneimittel nicht einfach herumliegen.

7. Fragen Sie nach weiteren Hinweisen.

Ob Alkohol, Kaffee und Tee, Saunagänge oder spezielle Hobbies, nicht alles verträgt sich mit allen Arzneimitteln. Wenn Sie Bedenken haben oder bemerken, dass Sie irgendetwas nicht mehr so gut vertragen, fragen Sie nach.

8. Achten Sie auf das Verfallsdatum.

Ob Ihr Käse schimmelt, können Sie selbst sehen und ihn dann wegwerfen. Wann Ihre Arzneimittel nicht mehr richtig wirken, können Sie oft nicht sehen. Geben Sie Arzneimittel an die Apotheke zurück, wenn das Verfallsdatum abgelaufen ist, wenn Sie irgendwelche Veränderungen wie Farbe, Geruch, Risse bemerken. Wenn Sie ein Arzneimttel gegen eine akute Erkrankung bekommen haben, geben Sie angebrochene Packungen zurück. Was in Ihre Hausapotheke gehört, kann Ihnen Ihr Apotheker/Ihre Apothekerin sagen, sicherlich nicht die Reste Ihrer Wehwechen der letzten zehn Jahre!